Journal

Namasté.

Meine Seele ehrt deine Seele. Ich ehre den Ort in dir, an dem sich das gesamte Universum befindet. Ich ehre das Licht, die Liebe, die Wahrheit, die Schönheit und den Frieden in dir, denn sie sind auch in mir. Indem wir diese Dinge teilen sind wir vereint, sind wir gleich, sind wir eins.“ ~Gandhi.

Ich stoße immer wieder auf Aussagen wie: „Yoga ist doch nicht anstrengend, sondern eher langweilig.“ „Yoga ist nur was für Frauen, deshalb mach ich kein Yoga.“ „Ist Yoga überhaupt eine Sportart? Da wird doch nur meditiert.“ Unter Yoga stellen sich tatsächlich einige Menschen nur meditative Klänge, entspannende Atemübungen und ein wenig dehnen vor. Doch leider muss ich euch enttäuschen. Im Yoga geht es auch anders. Diese Sportart gliedert sich in mehr als 10 verschiedene Arten, davon sind die Yin Yoga und Vinyasa Yoga die zwei Bekanntesten. Bei dieser Sportart hast du sowohl die körperliche Anstrengung, wie auch die geistige Herausforderung. „Jeder Körper ist anders gestrickt und hat deshalb ein anderes Limit“, erklärt Yoga-Teacher Sarah Hannah. Sie hat ihre Yoga-Ausbildung in Indien gemacht und arbeitet bei einem Unternehmen in Mannheim, im Marketingbereich. Worauf du beim Yoga achten musst, was dir Yoga bringt und wieso diese Sportart auch anstrengend sein kann erklärt sie uns in dem Interview. Viel Spaß beim Lesen!

Wie bist du dazu gekommen Yoga-Teacher zu werden?

Angefangen hat alles mit 15-minütigen Morgenroutine-Videos auf YouTube. Ich habe versucht 30 Tage lang Yoga zu machen, aber habe das 15 Minuten Workout immer noch nicht geschafft so durchzuhalten, wie die in dem Video. Dann ist mir aufgefallen, dass Yoga gar nicht so einfach ist wie die meisten denken. Es ist eine sportliche Herausforderung. Da mich all das gereizt hat, habe ich angefangen immer mehr dafür zu machen. Ich bin auf Alo Yoga auf YouTube gestoßen und da begann mein richtiges Interesse an den Yoga-Figuren. In der Zeit wurde Yoga auch immer bekannter und schleichend zu einem Trend. Das war der Zeitpunkt, an dem ich beschlossen habe Yoga-Teacher zu werden. Also habe ich mich angefangen zu informieren.

Eine Freundin von mir hat mir von einer Yoga-Schule in Indien erzählt. Das hat sich für mich super angehört und ich konnte es in den Semesterferien mit Südkorea und den Philippinen verbinden. Also habe ich meine Hausarbeit in der Uni vier Wochen zuvor abgegeben, um genauer zu sein zwei Stunden bevor mein Flug nach Indien ging, um so meine ganzen Ferien dafür zu nutzen und zweieinhalb Monate unterwegs zu sein.

Der erste Stopp war in Indien bei der Yoga-Schule. Die Grundausbildung hatte 200 Stunden und ging einen Monat. In der Zeit musste ich jeden morgen um 5.30Uhr aufstehen und mich warm machen. Danach ging es an eine drei stündige Yoga-Lesson mit Meditation und Anatomie. Irgendwann dazwischen gab es Frühstück und Mittagessen. Danach wurden verschiedene Figuren auseinandergenommen und es wurden Fragen bearbeitet wie: „Was passiert zum Beispiel bei Vorbeugen im Körper?“ In der Schule hatte ich verschiedene Lehrer für verschiedene Unterrichtseinheiten. Morgens war die längste Einheit, am Nachmittag ging es mit 90 Minuten Yoga weiter und am Abend gab es Abendessen und danach eine Erzählstunde, von einem Mönch geleitet, über den indischen glauben. Er selbst hat zehn Jahre lang meditiert. Der Tag war erst um 21 Uhr zu Ende.

In der Zeit habe ich gesehen, wie sehr ich meinen Körper in so einer kurzen Zeit pushen kann. Am dritten Tag konnte ich nicht mehr aufstehen. Ich muss echt sagen, es ist ein sehr langer Prozess Yoga-Teacher zu werden, ich selbst bin noch am lernen und fühle mich nicht so. Ich bin Yoga-Schülerin, wie ich auch Yoga-Lehrerin bin. Es gibt immer etwas Neues zu lernen und das ist das Schöne am Yoga. 

Muss es nicht anstrengend sein als Yoga-Teacher, Studentin und Praktikantin unterwegs zu sein?

Ich bin zwar noch Praktikantin im Unternehmen, aber werde behandelt wie eine Vollzeitangestelle und habe neben meinem Chef die meiste Verantwortung. Mir kommt es ehrlich gesagt nicht so vor, als würde ich so viel machen. Ich komme mir manchmal sogar relativ faul vor, gerade weil ich mein Studium auch so locker nehme. Ich bin Frühaufsteherin und bin sehr gerne produktiv. Ich mag es nicht nichts zu tun und liebe sportliche Herausforderungen. Also für mich ist es alles andere als anstrengend.

Wie sieht dein Alltag aus?

Seitdem ich arbeite habe ich einen neuen Alltag entwickelt. Für gewöhnlich stehe ich morgens immer um 5.30Uhr auf. Das hat sich aber mit dem Winter gelegt. Aktuell startet mein Tag um 6.45Uhr mit einem 20-minütigen Yoga-Workout. Hierbei starte ich oft mit einer Vorbeuge der Bein-Rückseiten. Das Ganze geht ungefähr 15 Minuten. Ich mache die Bewegungen, die mein Körper gerade so braucht. Manchmal macht mein Körper auch bestimmte Bewegungen von alleine und daraus wird dann meist ein Yoga-Flow. Donnerstags und freitags machen wir im Büro morgens Yoga, da startet das Ganze etwa später. An den Tagen, an denen ich nicht Yoga praktiziere, gehe ich aktuell joggen, da ich eine Challenge habe und im Dezember 80 Kilometer schaffen muss. Nach dem Sport fange ich an zu arbeiten, meist bis 17Uhr, manchmal aber auch bis 19Uhr. Bei der Arbeit koche ich oft fürs Team, und wenn nicht abends gerne mit meiner WG. Am Abend mache ich dann noch ein Yin Yoga-Workout, ein normales Sportworkout oder schaue mir eine Serie auf Netflix an.

Du ernährst dich vegan. Was hat dich dazu überzeugt?

Das hat bei mir alles vor neun Jahren angefangen. Ich habe in Neustadt, mit einer Freundin in einem Biorestaurant gearbeitet. Die Freundin von mir hat mich inspiriert, in dem sie beschlossen hat, dass sie vegan lebt. Zuerst habe ich mich angefangen zu informieren, die ersten Menschen haben davon erzählt, dass es gut sei und ich habe zwei Bücher über die Ernährung gelesen (How not to die und Whole). Für mich war es keine große Umstellung, da ich schon immer Vegetarierin war. Eine andere Freundin und ich haben beschlossen und gemeinsam vegan zu ernähren. Wir drei haben uns gegenseitig unterstützt, was wirklich sehr geholfen hat. Wieso ich das Ganze eigentlich angefangen habe war aus ethischen und gesundheitlichen Gründen. Milchprodukte sind beispielsweise nicht unbedingt gesundheitsfördernd. Hauptsächlich ernähre ich mich von Gemüse, Obst, Vollkorn und Co.

Am schwierigsten fand ich es mit der Familie. Damals gab es noch keine Ersatzprodukte. Es gab nur Gemüse, Kartoffeln und Obst. Für mich ist es seit zwei Jahren eher komisch, dass ich viele Dinge essen kann, auf die ich schon immer verzichtet habe, da es nun Ersatzprodukte dafür gibt.

Gibt es Richtlinien, an die man sich als Yoga-Teacher halten sollte?

Es gibt einige Verhaltensregeln, die acht Limbs of Yoga. Diese beinhalten:
Yamas (=Verhaltensregeln für ein gutes Miteinander), Niyamas (Verhaltensregeln wie man respektvoll und gut mit sich selbst umgeht), Asana (Wurzel), Pranayama (Zusammenführung von Körper und Geist), Pratyahara (Zurückziehen), Dharana (Konzentration), Dhyana (Nachdenken) und Samadhi (tiefe Meditation).

Diese Limbs of Yoga sind philosophische Richtlinien, vergleichbar mit anderen Wertevorstellungen und Religionen. An sich sagen Sie aus, dass man keinem etwas Schlechtes antun soll und man sollte sich respektieren. Deshalb sind auch die meisten Yogis vegan oder vegetarisch, da sie nicht einmal einem Tier ein Leid zufügen möchten.

Wie war das Gefühl deiner ersten und deiner schönsten Yogastunde?

An meine erste Yogastunde kann ich mich nicht so richtig erinnern, da ich vom Land komme. Dort gab es diese „coole, hippe, moderne“ Art von Yoga nicht. Aber im Urlaub in Spanien war ich in einem modernen Yogastudio und habe dort mitgemacht, obwohl ich kein Spanisch konnte. In Sri Lanka habe ich auf einem Rooftop eines Hostels Yoga gemacht. Zu dem Zeitpunkt habe ich beschlossen, dass ich eine Yoga-Teacher Ausbildung machen möchte, weil es mir so Spaß bereitet hat.

Meine schönsten Yogastunden waren allerdings während des Yoga-Teacher-Trainings. Grund dafür waren die Teacher. Danach war ich in Siargao in einem Dschungel mit Yoga-Teachers. Es gibt nichts Schöneres als im Dschungel im Süden, ob nun Asien oder Amerika, Yoga zu praktizieren.

Worauf muss man beim Yoga achten?

Auf keinen Fall sollte man sich beim Yoga verletzen. Das passiert häufig, wenn man sich selbst in Posen drängt, für die der eigene Körper noch nicht bereit ist, oder nicht dafür geschaffen ist. Im Yoga geht es nicht darum sich mit anderen zu vergleichen. Jeder Körper ist anders und jeder Körper hat eine andere Flexibilität und ist anders limitiert. Jeder Mensch hat andere Grenzen, und diese sollte man auch akzeptieren.
Meine Handstandfotos, die ich poste, sind beispielsweise auch nur 0,001% von einer Yogapraxis von mir. Dahinter steckt viel Arbeit und dazu gehört auch, sich morgens mal eine halbe Stunde hinzusetzen und einfach nur zu meditieren.

Hast du einen absolutes Lieblingsflow?

Der beste Flow ist immer der, der sich gerade für mich am besten anfühlt. Es gibt keine feste Abfolge von Posen, die sich am besten anfühlen. Meine Lieblinge sind beispielsweise Vorbeugen und Hüftöffner. Aber das ist auch von Tag zu Tag anders. Manchmal brauche ich ein Yin Yoga-Flow und manchmal das krasseste Poweryoga, bei dem ich nach fünf Minuten platt bin, aber noch fünfzehn Minuten vor mir habe.

Hast du schon einmal im Yoga und bei deiner Ernährung einen Tiefpunkt erreicht, an dem du dachtest du schmeißt all das hin?

Im Yoga habe ich so eine Art Tiefpunkt immer mal wieder. Aber das ist relativ normal. Wenn ich zum Beispiel Leute sehe, die auf einem ähnlichen Stand waren wie ich selbst und immer flexibler werden, es bei mir aber nicht so ist. Das lässt einen schnell entmutigen. Allerdings sollte man sich immer vor Augen halten, dass jeder Körper seine anderen Grenzen hat. Vor kurzem wurde ich entmutigt, weil ich den ganzen Sommer kein Yoga gemacht habe, sondern nur Crossfit und total unflexibel geworden bin. Aber ich halte mir hierbei immer vor Augen, dass nicht die zwei Monate nichts tun zählen, sondern das eine Jahr etwas tun. Wenn man diesen Prozess über all dem erkennt, ist es nicht ein richtiger Tiefpunkt.

Was die gesunde Ernährung angeht… Bei mir hat es sich in den letzten Monaten so entwickelt, dass ich weniger streng zu mir bin. Wenn ich Lust auf ein Weizenbaguette, statt ein Vollkornbaguette habe, esse ich es. Auch vegane Pizza genieße ich mittlerweile ohne zu zögern. Es geht um die 80% die man sonst immer gibt und nicht um die 20% wo man mal eine Ausnahme macht.

Hast du während eines Yoga-Trainings einmal etwas Magisches erlebt?

Für mich waren die vier Wochen meiner Yogaausbildung magisch. Du musst es dir so vorstellen: Es sind 30 fremde Menschen mit unterschiedlichen Kulturen und unterschiedliche Länder (Israel, Dubai, Australien, Großbritannien, Österreich, Dänemark, Deutschland und Co.), die wie eine kleine Familie zusammengewachsen sind. Die schönsten Momente waren beispielsweise bei der Meditation, bei der einige am Ende geweint haben und man sich gegenseitig getröstet hat. Oder die Momente, bei denen man gemeinsam an seine körperlichen und mentalen Grenzen gekommen ist. Das war das magischste, was ich erlebt habe.

Siehst du, an dir selbst, von früher zu heute Veränderungen?

Die größte Veränderung ist, dass ich auf meinen Körper hören kann und weiß was zu tun ist, wenn ich unzufrieden bin. Ich habe eine meine Liebe zum Sport entdeckt und eine gewisse sportliche Flexibilität entwickelt. Yoga gibt mir Kraft und – egal was andere sagen- man fühlt sich dabei einfach „Sexy“. Ohne die Philosophie, die dahinter steckt wäre ich nicht so achtsam.

Hattest du schon Ängste?

Ich bin nicht eine Person, die viel Angst hat. Bei Social Media würde ich auch gerne bei diesen Realtalksachen mitmachen. Ich wusste nie, ob ich jemals meinen Traum leben werde, aber seit meinem neuen Job weiß ich, dass ich es kann. Ich kann so viel reisen, wie ich möchte und auch dabei Geld verdienen. Ich bin froh, dass ich eher ein realistisch optimistischer Mensch bin und einfach das tue wonach mir ist.

Wieso kannst du sagen „ich lebe meinen Job“?

Meine Arbeitszeiten sind flexibel, ich kann mit meinem Team und meinem Chef abends noch was trinken, habe ein lustiges junges Team und viel Verantwortung im Job. Die Mission des Unternehmens ist mir sehr wichtig und diese Art von neuer Unternehmenskultur ist die, mit der ich mich identifizieren kann. Wenn ich morgen aufstehen würde und ich meinem Chef sagen würde, ich fliege nach Bali, würde er sagen: „Okay – kein Ding“. Ich brauche nicht die Sicherheit von einem großen Konzern, um damit unflexibel zu sein, deshalb kann ich sagen: Ich lebe meinen Job.

Dein Statement.

Was ich gemerkt habe und mir sehr wichtig ist, ist dass man einfach „machen“ muss. Wenn du eine coole Idee hast, solltest du es dir nicht 100-mal überlegen. Versuch aus deiner Comfort-Zone herauszutreten, nur dann spürst du was Glück bedeutet. Bleibst du in dieser Zone drin, lebst du ein langweiliges leben und wenn du später mal zurückblickst, wirst du sehen du hast nichts erlebt. 

Selbst Buddah sagte: „Be where you are otherwise you will miss your life.“ Im Yoga geht es darum aus seiner Comfortzone herauszukommen. Du möchtest dich während du auf deiner Matte bist lebendig und frei fühlen und den Kontakt zu dir selbst herstellen. Hast du es schon einmal damit probiert? Wie geht es dir damit? Falls nicht, dann probiere es doch einfach mal. Denk nicht viel darüber nach! Vielleicht ist das ja genau das Richtige für dich!
Vielen Dank fürs Lesen! Lasst mir gerne Feedback da! Falls ihr irgendwelche Eigenschaften, Hobbys oder weitere Themen habt, die ihr interessant findet, oder jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, … ihr kennt das Spielchen, dann meldet euch doch gerne bei mir! ~M

Momo

Hey! Willkommen auf meinem Blog. Ich bin 24 und schreibe für mein Leben gern. Auf meinem Blog findest du einmal den Journal, in dem ich Interviews durchführe und dir aktuelles mitteile, aber auch die TeaTimeStories, in denen es um Gedankengänge und Kurzgeschichten geht. Seit neustem bin ich dabei in "We all are just Stories" mehrere Kapitel meiner Kurzgeschichte zu veröffentlichen. Viel Spaß beim Stöbern! :) Deine Momo

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