We all are just Stories...

4. Kapitel: „Happy Birthday“, oder so

(Skye’s Sichtweise)

„Ich hielt nichts von Geburtstagen. Meiner Meinung nach, kann man jeden Tag feiern, dass man lebt und darüber glücklich ist, und nicht nur ein Tag im Jahr. Meine Freunde hingegen, waren jedoch anderer Meinung. „Ein 18. Geburtstag muss groß gefeiert werden!“ „Du kannst doch nicht einfach nichts an deinem 18. machen!“ „Man wird nur einmal 18!“ Das bekam ich zu hören, als ich meinte ich würde ihn nicht feiern. Also tat ich meinem Umfeld den Gefallen und feierte meinen Geburtstag. Ich mietete mir einen Raum, hatte ein paar Snacks, Musik, Deko und natürlich Alkohol. Auf eine Mottoparty hatte ich keine Lust. Generell auf den Tag hatte ich keine Lust. Manchmal fragte ich mich, wie denn so ein „positiver Mensch“ nur so „negativ“ seinem Geburtstag gegenüber sein konnte? Na ja, ich zog es durch. Und keine zwei Mal blinzeln: Schon war es soweit. Mein Geburtstag.

Es war ein Montag. Ein ganz normaler Schultag, der bis 17.30Uhr ging. Eigentlich wollte ich nach Hause und für die Klausur, die am nächsten Tag anstand noch ein bisschen was wiederholen, doch meine Freundinnen überredeten mich noch kurz mit ihnen Kaffee trinken zu gehen. Darunter waren auch Scarlett und Mia. Scarlett lernte ich damals durch Sarah kennen. Der Name Scarlett bedeutet „Scharlach roter Kopf“. Das trifft zu, denn sie färbte sich ihre Haare immer mit Henna und was dabei rauskam war: rot. Das stand ihr aber auch super!
Unsere Freundschaft besteht nicht aus dauerhaftem Kontakt. Es ist eher ein „Hey komm wir treffen uns heute“ und dann sieht man sich und kann sich alles erzählen. Mia ist da das komplette Gegenteil. Ich habe sie in der Schule kennengelernt und ist ein richtiger Klammeraffe – allerdings nicht die negative Art dieser Sorte. Mia steht für „tiefe und reine Liebe“. Der Name passt sehr gut zu ihrem Charakter. Wenn sie nämlich liebt, dann liebt sie zu viel.

Na ja zurück zu meinem Geburtstag. Ich tat es Scarlett zu liebe. Wir gingen in unser Lieblingskaffee, in der Stadt. Ich suchte uns einen Sitzplatz, blickte hinauf und traute meinen Augen nicht. Liam und Sina waren auch dort. Zuerst dachte ich, es wäre Zufall, doch als sie sich zu uns setzten und die anderen mich glücklich ansahen, wusste ich, dass es keiner war. Was machte Liam hier? Wieso hatten sie ihn gefragt, ob er auch kommt? Ich verstand es nicht, sie wussten, dass ich ihn gerade versuchte zu vergessen. Mein Herz schlug mir bis in den Hals. So viel zu „vergessen“. Es war ein komischer Augenblick, doch als Sina meinte, wir sollten doch beide für alle Kaffee holen gehen, verstand ich die Welt nicht mehr. Sie war doch sauer auf mich und wollte nicht, dass wir weiterhin Freunde sind. Wieso tat sie das? Wieso brachte sie ihn zu mir? Um mir wieder eins auszuwischen, weil sie wusste wie verletzlich ich war?
Ich ging mit Liam mit – nicht wegen ihm, sondern weil ich einen Kaffee brauchte. Dennoch wusste ich aber nicht, was ich sagen sollte. Er hatte dieses Funkeln in seinen Augen, als er mich ansah und mit mir redete. Das Funkeln, was er schon früher auch hatte, wenn er mich ansah. Sie glänzten förmlich und seine Stimme zitterte anfangs leicht. Er war etwas nervös. Ich freute mich innerlich und als er mich umarmte, um mir zum Geburtstag zu gratulieren, fühlte es sich immer noch so vertraut an. Es fühlte sich für einen kurzen Augenblick an, wie früher. Als es noch nicht diese zwei „Fronten“ gab. Als Sina noch nicht zwischen uns stand. Der Kaffee kam viel zu schnell und meiner Meinung nach waren wir viel zu schnell wieder zurück bei den anderen. Ich hätte gerne noch etwas Zeit mit ihm allein gehabt. Als wir uns hinsetzten, zeigte mir Sina wieder direkt, dass er ihr gehörte und ich verstand noch nicht so ganz, was sie hier zu suchen hatte, denn zu meinen Freunden gehörte sie definitiv nicht.
Nichts desto trotz war es ein lustiger Abend, wir lachten viel, ich bekam Konzertkarten von meinem Lieblingsinterpreten geschenkt. Vor Freude kamen mir sogar die Tränen, da es nicht einfach war an solche Karten zu kommen.
Als wir uns von allen verabschiedeten, überlegte ich, ob ich Liam zu meinem Geburtstag einladen sollte. Ich wusste, es würde mich verletzen, weil er Sina mitbringen würde, doch ich tat es, ohne groß darüber nachzudenken. Wieso auch nicht? Ich mochte ihn. Liam und ich redeten allerdings nicht, bis zum Tag meiner Feier. Überraschenderweise tauchte er auf und ratet wer dabei war. Ja genau richtig, Sina.


Es war ein lustiger Abend, mit tollen Menschen. Ein Abend, mit gutem Anfang und schlechtem Ende. Ein Abend, welcher mir bewiesen hat, dass Geburtstage unnötig sind. Ein Abend, an welchem ich beschloss, nie wieder meinen Geburtstag zu feiern…

Wir lachten viel, tanzten, es gab wunderbare Musik. An sich fing der Abend sehr entspannend an, bis Liam und Sina ihren ersten Streit hatten. Es überraschte keinen von uns, da ihre Beziehung nur aus Streitereien bestand. Als wir den Grund erfuhren, mussten wir alle darüber lachen. Ihr erster Streit an diesem Abend handelte davon, dass Liam nicht mit ihr tanzen wollte und sie deshalb anfing mit Mias Freund zu tanzen. Sina konnte einfach unglaublich gut tanzen. Man könnte sagen, es liegt ihr im Blut. Ich sah Liam, wie er ihr gelangweilt zu sah. Die Mehrzahl der Leute, welche da waren, waren Mädels. Meine Mädels saßen in einem Kreis, in dem auch Ben und ein anderer Freund saßen. Da ich mich natürlich zu ihnen setzen wollte, um auch ein bisschen mit ihnen rumzualbern, ich Liam aber nicht alleine vor sich hinträumen lassen wollte, nahm ich ihn bei der Hand und zog ihn mit mir mit.

Unsere Finger verschränkten sich kurz und es lag ein Gefühl der Vertrautheit in der Luft. Für einen Moment blieb die Zeit stehen. Stellt euch das so vor: Ihr schaut dieser einen Person in die Augen und alles um euch herum bleibt stehen. Die Menschen sind starr, die Musik ist plötzlich verschwunden und es herrscht Stille. Nur diese Person und du selbst. Und natürlich dein Herzschlag. Du hörst den Atem der Person und spürst ihre Nervosität, ihr zittern und dein eigenes. Und dann, wenn dieser Moment vorüber ist und die Realität auf dich wartet, steckst du ihn in eine Schublade. Du holst ihn raus, wenn du ihn brauchst, in deinen Träumen und genießt.

Diese Vertrautheit ist natürlich nicht nur mir aufgefallen, sondern auch den anderen. Das gefiel Sina natürlich überhaupt nicht, denn schon schlug die „Bombe“ ein. So eifersüchtig wie sie war, ließ sie ihren „Tanzfreund“ stehen, drängte sich durch zu Liam und zog ihn mit sich raus, in die Küche. Er sah mich hilfesuchend an. Er war schneller weg als ich blinzeln konnte. Ich wollte mich da nicht einmischen. Mit meinem Glück mache ich nämlich immer alles schlimmer und das musste wirklich nicht sein. Das war letztendlich der zweite Streit an dem Abend, in weniger als drei Stunden. Meine Gäste wollten noch Bier. Das Bier war in der Küche im Kühlraum gelagert – Mist. Ich riss mich zusammen und ging ich in die Küche, um mehr Bier zu holen. In der Hoffnung die beiden waren doch woanders, als dort. Sina schenkte mir einen ihrer Todesblicke, worauf ich sagte: „Ich bin gleich wieder weg, wir wollten nur mehr Alkohol“, und mich mit Bierflaschen wieder verzog.

Nach einer halben Stunde kam Sina wieder zurück. Sie lächelte und stellte sich wieder zu ihrem „Tanzfreund“, im Prinzip auch der einzige, welcher ihr die Aufmerksamkeit, die sie benötigte schenkte. „Hey du… Wo hast du denn Liam gelassen?“, fragte ich sie. „Pffh, mir doch egal wo der ist. Soll der sich zum Teufel scheren, der Trottel.“
„Mhh…“ Ich zuckte als Antwort mit den Schultern und nickte leicht.
Wo hat sie Liam gelassen? Ich machte mir echt Sorgen um ihn. Er kann doch nicht einfach gegangen sein? Das tut er doch nicht. Zumindest hat er das nie getan, ohne sich bei mir zu verabschieden. Wenn ich nur daran denke… Mir würden seine vertrauten Umarmungen jetzt schon fehlen. Ich stellte mir wie immer das schlimmste (reale) Szenario in meinem Kopf vor und machte mich auf die Suche, doch holte mir davor noch ein Bier, welches mich begleiten sollte.

Es war nicht groß hier, aber doch ziemlich verschachtelt. Es gibt verschiedene Plätze, wo man sich, wenn man alleine sein möchte, hinsetzen kann. Und im Dunkeln konnte ich kaum etwas sehen. „Wo würde ich mich denn aufhalten, würde es mir schlecht gehen?“, fragte ich mich innerlich. „Die Bühne im Saal!“, schoss es mir durch den Kopf. Und dort ging ich auch hin. Sie lag auf den Weg zum anderen Raum. Es trennten sie nur eine Tür und ein kleiner Teil eines Flurs, und nochmal eine Tür. Kurz gesagt eine kleine Wand und ich wäre bei den anderen. Wir wären bei den anderen. Wieso wir? Na ja, ich entdeckte Liam, welcher hoffnungslos auf der Bühne lag, wie ich es vermutet hatte. Es war dunkel. Doch meine Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt. Ob er mich bemerkt hatte? Ich nahm mir noch einen Schluck, von meinem Bier, denn Alkohol brauchte ich jetzt, und beschloss mich neben ihn zu legen. So lagen wir nun da. Ich schaute ihn an. Liam hatte seine Augen geschlossen. Ich wollte ihn nicht erschrecken. „Ist alles in Ordnung bei dir?“, flüsterte ich. Es kam keine Antwort. Es vergingen Sekunden und Minuten. Es war immer noch still in dem Raum. „Liam, möchtest du denn darüber reden?“, fragte ich ganz leise. Doch er antwortete wieder nicht. Ich hörte nur seinen Atem. Er war schwer und leicht zittrig. Als wieder ein paar Minuten vergangen sind, wollte ich aufstehen und wieder zurück zu den anderen.
Ich wusste nicht, ob Liam möchte, dass ich bei ihm bin oder nicht und nerven wollte ich ihn nicht. Die Gefahr ihn noch einmal zu verlieren war einfach zu hoch. Ich musste vorsichtig sein. Auch er war sehr verletzlich, das konnte ich ihm ansehen. Gerade als ich mich aufsetzte, um aufzustehen, setzte auch er sich auf. Er sah mir tief in die Augen. „Skye, bitte. Geh nicht. Lass mich nicht allein. Nicht jetzt“, sagte Liam mit zittriger Stimme. Ich sah ihm immer noch in die Augen.

Er hatte wunderschöne Augen. Sie waren ehrlich. Sie sahen mich flehend an. Mein Blick wanderte runter zu seinen Lippen. Er hatte so einen perfekten Mund. Am liebsten hätte ich ihn geküsst, doch das ging nicht. Liam hat eine Freundin. Er hatte sich für sie entschieden und sie haben Streit. Das wollte ich nicht ausnutzen. Er war kein Betrüger und ich war nicht diejenige, die ihn dabei hilft. Liam war verletzlich. Und ich wollte nicht dafür sorgen, dass ihm noch mehr wehgetan wird. Er legte sich wieder auf die Bühne. Ich legte mich neben ihn. Unsre Hände berührten sich fast, es fehlten nur noch ein paar Millimeter. Wie gern ich jetzt seine Hand genommen hätte, oder mich an ihn gekuschelt hätte. Doch das ging nicht. Es ging alles nicht.
Bevor ich irgendetwas dummes machen konnte, als auch sagen konnte, fing Liam an zu reden. Er redete wie ein Wasserfall und schüttete mir sein Herz aus. Es waren unnötige Streitereien. Es waren nur Kleinigkeiten, weswegen er und Sina sich stritten. Liam erzählte mir davon. Während er mir davon erzählt hatte, nahm er mir all die Hoffnung, die ich hatte. Ich hoffte immer darauf, mal an seiner Seite zu sein. Doch diese nahm er mir in dem Moment, als aus seinem Mund die Worte kamen: „Aber ich liebe sie doch.“ Ich konnte darauf nichts sagen, ließ mir nichts anmerken.

Liam brach mir erneut das Herz. Die Mauer, welche ich aufgebaut hatte zerstörte er. Es fühlte sich so an, als ob er mir eines meiner wichtigsten Organe rausreißen würde und es kaputttreten würde. Ich versuchte meine Tränen zu unterdrücken. Es ging um ihn, nicht um mich. Er erzählte mir alles und ich versuchte ihn aufzumuntern. Versuchte ihm Ratschläge zu geben, was beide besser machen könnten, doch blieb trotz allem gleichgültig und kalt. „Willst du denn wieder mit mir mit reinkommen?“, fragte ich ihn leise. „Ich brauche noch kurz Zeit, um mich wieder zu sammeln. Danach sehr gerne.“ „Komm her!“ Liam stand auf und kam zu mir. Es kostete mich sehr viel Überwindung das jetzt zu tun, doch ich tat es für ihn. Um ihn aufzumuntern. Ich nahm ihn in den Arm. Ich vermisste seine vertrauten Umarmungen, doch jetzt bekam er eine von mir. Liam roch so verdammt gut. Ich wollte ihn nicht mehr loslassen und deshalb standen wir erstmal so da, zwei Freunde, welche sich umarmten. Doch dann…
Der Zeitpunkt war allerdings nicht der beste, denn Sina öffnete die Tür. Sie wollte eigentlich zur Küche, sich ein Bier holen, doch das ließ sie dann. In ihrem Gesicht tauchte ein überraschend, wütender, Blick auf. Sie knallte die Tür zu und stampfte davon. „Puuuhhhh…“ „Liam, es tut mir so leid, wirklich. Ich hätte das nicht tun sollen.“ „Hör auf dich zu entschuldigen. Das ist doch nichts Neues. Ich wollte es doch auch so“, bekam ich als Antwort. Er klang unglaublich genervt. Den Grund des dritten Streits der beiden, kann man sich ja denken. Der war natürlich ich, was mir überhaupt nicht gefiel. Liam und ich gingen zurück zu den anderen. Ich versuchte den Abend noch so weit zu genießen, was mir nicht so gut gelang, denn er redete kaum noch mit mir und setzte sich in eine Ecke. Sina hatte ihren Spaß in der anderen Ecke, doch schenkte mir ein paar Todesblicke. Wo war ich denn hier? Das kann doch nicht sein, dass der Abend so ausgeht, oder?

Nach einiger Zeit kamen meine Mädels mit den Worten: „Hey, unser Coach feiert auf der anderen Seite des Gebäudes auch, komm mit!“ Wir gingen rüber, um ihn zu uns zu holen, dass er etwas Stimmung macht. Denn die Stimmung war tatsächlich im Eimer. Ich freute mich darauf, denn ab da ging der Abend wieder bergauf, nur leider nicht all zu lange. Denn das nächste Chaos bahnte sich schon an.
Unser Coach hatte einen Freund, welcher sehr betrunken war und sich an jede rangeschmissen hatte. Wir haben es mit Humor genommen, denn wir fanden ihn ziemlich witzig. Ben kam zu mir, um mich vor ihm zu retten, wofür ich ihm sehr dankbar war. Kaum hatten wir weggesehen, machte er sich jedoch an Sina ran. Sie genoss es richtig von einem anderen die Aufmerksamkeit zu bekommen und nutzte das als Rachezug gegen Liam aus. Das gefiel ihm überhaupt nicht. Er ging zu Sina, um sie von ihm wegzuziehen, was der, welcher sich an sie ranmachte, nicht so ganz verstanden hatte. Natürlich wusste er nicht, dass die beiden ein Paar sind. Er wurde leicht aggressiv und somit Streitthema Nummer vier an dem Abend. Wieso?
Sina bekam Panik, wollte Liams Hand nehmen, welcher sie jedoch wegschlug, aus Reflex, da er in die Selbstverteidigung ging, als Vorsichtsmaßnahme. Das gefiel ihr nicht. Letztendlich führte es dazu, dass Sina so sauer war, dass sie ihre Sachen nahm und zur Bahnhaltestelle ging. Ihre beste Freundin rannte ihr hinterher, und der betrunkene Kumpel meines Coachs natürlich auch. Wieso auch immer er das tat. Wie gesagt, er war betrunken.
Liam blieb stur stehen. Ich sah ihn fragend an. Irgendwie gefiel es mir, dass er ihr nicht hinterherrannte, vielleicht hätte ich ja doch noch eine Chance bei ihm? Doch als man ihm sagte, der „Fremde“ rannte ihr auch hinterher, war Liam plötzlich schneller als der Wind. „War ja klar“, dachte ich mir.
Scarlett sah mich mitfühlend an, weil sie genau wusste, was ich dachte, nahm mich an der Hand und zog mich raus. „Komm wir gehen da auch kurz hin, ich will den Streit, welcher aufkommt verhindern. Ich möchte heute Nacht wirklich keinen im Krankenhaus sehen. Du weißt wie Liam manchmal in solchen Situationen reagiert.“ Recht hatte sie. Er war voller Emotionen und manchmal sogar Überemotional. Also machten wir uns auch noch auf den Weg zur Haltestelle. Es sah aus, als ob Liam gleich auf ihn losgehen würde.

„Liam!“, schrie ich. Er drehte sich zu mir um und sah mich an. Als ich bei ihm war, meinte ich, dass es mein Geburtstag ist und ich würde es verdammt schade finden, wenn er so endet. Ich versuchte überzeugend zu klingen, denn bisher war es ja echt nicht zu genießen. Es fuhr sowieso keine Bahn mehr. Wir sagten dem „Fremden“, er soll wieder zurück zu den anderen gehen, aber einer seiner Kumpels holte ihn in dem Moment, was natürlich auch gut war, da dieser keinen Stress mehr verursachen konnte. Sinas beste Freundin, meine Freundin Scarlett und ich machten uns auf den Weg zurück zu den anderen. So konnten Liam und Sina sich aussprechen. Sie blieben eine Weile weg, die meisten Geburtstagsgäste gingen, da es schon recht spät war und die Stimmung sowieso im Keller war.

In dem Moment, in dem sie den Raum betraten, sahen wir alle hoffnungsvoll zu den beiden. Wir alle waren schon am aufräumen und hofften, dass alles gut ist, beide glücklich und zufrieden sind, doch wir lagen falsch. Liam ging in die eine Ecke, setzte sich auf einen Stuhl, mit seinem Blick auf den Boden gerichtet, und Sina ging in die Küche, um beim Spülen der Teller und Gläser zu helfen. Es tat mir weh ihn so zu sehen. Ich konnte ihn einfach nicht so traurig sehen, so niedergeschlagen. Sina war nirgends zu sehen. Um das zu überprüfen schaute ich noch einmal in den Flur, denn ich wollte einen fünften Streit diesen Abend, oder besser gesagt Morgen, vermeiden.
Ich setzte mich kurz neben Liam, legte meine Hand auf seine. Unsere Finger verschränkten sich. Er sah mich an, hilflos und mit den Nerven am Ende. Da ich ihn kannte, wusste ich, er möchte nicht über das, was passiert ist, reden. „Könntest du mir vielleicht ein bisschen helfen, dann geht das Ganze auch schneller und macht ein bisschen mehr Spaß“, fragte ich ihn und drückte ihm im gleichen Moment einen Müllsack in die Hand. „War das ein Befehl, oder eine Frage?“ Er schenkte mir ein kurzes Lächeln, und seine Augen funkelten wieder, als er mich ansah. „Zum dahinschmelzen“, dachte ich, sprach es aber nicht aus. Sina griff sich den Sekt und setzte sich raus, auf einen Stuhl, auf dem sie den Sekt aus der Flasche trank. Es war mir egal, was sie macht, so lange sie Liam für diesen Augenblick nicht verletzte. Der Abend war sowieso gelaufen. Es kam mir nicht vor wie ein Abend, nein. Dieser Abend kam mir vor wie mehrere Wochen, einige Monate, doch es passierte alles in ein paar Stunden.

Als ich morgens um fünf endlich zu Hause war, in meinem kuschlig-warmen Bett lag und an die dunkle Decke starrte, blieb mir Liams Lächeln im Kopf. Seine wunderschönen Augen, seine warmen Blicke und vertrauten Umarmungen. Ich muss ihn vergessen, das geht so nicht mehr. Doch nicht heute. Das war ein unvergesslicher Abend, und das meinte ich wortwörtlich. Also „Sweet 18, Skye“, flüsterte ich, bevor ich einschlief.“ ~M

Momo

Hey! Willkommen auf meinem Blog. Ich bin 25 und schreibe für mein Leben gern. Auf meinem Blog findest du einmal den Journal, in dem ich Interviews durchführe und dir aktuelles mitteile, aber auch die TeaTimeStories, in denen es um Gedankengänge und Kurzgeschichten geht, als auch mein E-Book "We all are just Stories" in dem mehrere Kapitel meiner Kurzgeschichte veröffentlicht sind. Außerdem habe ich seit 2021 einen Podcast mit Annika, der heißt Foto meets Video - auch diesen kannst du hierüber hören. Viel Spaß beim Stöbern! :) Deine Momo

Für dich vielleicht ebenfalls interessant...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.