Ebook We all are just Stories...

8. Kapitel: Partners in crime

(Skye’s Sichtweise)

„Es war ein Sonntag. Sonntagabend. Liam und ich trafen uns auf einen Kaffee bei Starbucks. Wieso? Naja er hat Starbucks vorgeschlagen und ich dachte, wenn er mal etwas vorschlägt möchte ich es ihm nicht abschlagen. Wir saßen bestimmt drei Stunden lang im Kaffee und redeten. Ich trank meinen White Choclate Mocca extra langsam, sodass wir noch nicht gehen mussten und genügend Zeit hatten. Bis… „Wir schließen jetzt, es tut mir leid aber sie müssen gehen“, sagte ein Mitarbeiter. Also gingen wir noch spazieren.

Die Stadt war im Dunkeln viel schöner als im Hellen. Zumal schon die Winter- und Weihnachtsdeko angebracht war. Es war richtig romantisch. Wir liefen ganz langsam zu seinem Auto. Gerade als ich mich verabschieden wollte sagte er: „Hey, wenn du willst kann ich dich auch kurz zu deinem Auto fahren“. Innerlich explodierte ich vor Freude. Ich nickte ihm zu: „Das wäre super lieb, es steht auf der anderen Seite der Innenstadt.“ Das letzte Mal hatte ich seine Fahrkünste schlechter in Erinnerung. Aber heute fuhr er echt gut. Ich glaube das lag daran, dass er eine Brille trägt und mehr Fahrerfahrung hatte als damals. Ich schloss mein Handy am AUX-Kabel an und wir hörten Casper. „Alles endet, aber nie die Musik“, tönte es aus den Lautsprechern. Wir waren bei meinem Auto angekommen. Und so trennten sich für den Abend unsere Wege.

Wir trafen uns alle zwei bis drei Tage. Schrieben uns dauerhaft Nachrichten, auch wenn es nur Emoijs waren. Und dann war aber auch schon Halloween. An Halloween waren wir in einer WG. Liam meinte er kommt nach. Ich musste ihn erstmal überreden, dass er überhaupt kommt. Bis er ankam waren schon alle ganz gut dabei. Wir waren alle geschminkt, hatten ein Outfit an, nur er nicht. Natürlich musste sich das ändern. Wir beschlossen zu dritt noch mit einem anderen Freund als Emos zu gehen. Ich durfte Liam schminken. Das war nicht die beste Idee in dem zustand. „Aua mein Auge“, schrie er. „Jetzt heul nicht rum, ist gleich vorbei“, beruhigte ich ihn. Am Ende sah es nicht mal schlecht aus. Wir hatten alle drei ein Herzchen auf der Wange, schwarze Lippen und dunkle Augen geschminkt. Einen anderen Freund schminkten wir als Grinsekatze, da er seine Freundin erschrecken wollte. Das ging ziemlich daneben, denn es war mehr eine niedliche Katze, wie eine Grinsekatze. Aber nicht so schlimm. So langsam machten wir uns auf den Weg in den Club. Zwei von der Clique blieben zurück, weil sie sich ineinander verloren hatten. Ob das so gut war? Nun ja, unser Problem war das nicht. Der Rest ging mit in den Club. Dort war es überfüllt, aber auch unglaublich lustig. Liam und meine Wege trennten sich im Club, da er Babysitter spielen musste, was mich nervte. Ich versuchte aber einen schönen Abend zu haben. Ich dachte mir: Wenn er Lust hat mit mir zu feiern, wird er wohl schon kommen. Am Ende des Abends trafen wir ihn und gingen zusammen zurück in die WG. Dort schliefen wir alle. Liam und ich teilten uns eine Couch. Ob man das Ding Couch nennen konnte… Es war eher ein etwas größerer Sessel. Alle anderen teilten sich ein Zimmer oder schliefen auf dem Boden. Ich kuschelte mich an ihn, schaute ihn an und fragte: „Ist das okay für dich?“  Er antwortete mit: „Ja und für dich?“ Ich sah ihn an und erwiderte seine Antwort. Wie gerne ich ihn in dem Moment geküsst hätte. Wie gerne ich lieber bei ihm zu Hause in seinem Bett wäre, als hier auf einem größerem Sessel in einer WG. Ich lies meinen Gedanken freien Lauf, bis ich einschlief.

Am nächsten Morgen wachte ich mit den gleichen Gedanken wieder auf. Liam schlief noch und sah aus wie ein Pirat. Total heiß aber! Ich schlich mich in ein Zimmer, in dem Mia war. Wir hatten uns wieder vertragen und redeten über die Nacht. „Du weißt aber schon, dass du noch mit Leon zusammen bist?“, fragte sie mich. Ich hatte ihn ganz vergessen. Es ist wie als ob in Liams Nähe alles andere sinnlos ist. Nur mit ihm macht das alles einen Sinn. Nur mit ihm macht mein Leben Sinn. „Ja ich weiß“, antwortete ich ihr. Betrügen würde ich nicht. Nur über meine Leiche. Oder ist es schon betrügen, wenn man Gefühle für eine andere Person hat, die man schon immer hatte? Habe ich dann nicht mich selbst betrogen? Und das wieder und immer wieder? Ich wusste es nicht. Aber ich war glücklich und das war das Wichtigste.
Ein paar Fifa- und Filmeabende vergingen und dann war auch schon Silvester. Leon und ich verbrachten Silvester nicht zusammen. Ich wollte es mit Liam verbringen und war froh, dass Leon etwas anderes vorhatte, mit seinen Freunden. Wir machten uns einen schönen Raclette-Spiele-Abend. Liams bester Freund, sein Bruder und mein kleiner Bruder waren noch da. Irgendwann gingen sie und es waren nur noch Liam, mein kleiner Bruder und ich. Zum Bleigießen waren wir zu dritt. „Happy New Year“! Dachte ich mir. Das sollte diesmal ein guter Start ins Neue Jahr sein. Ich war unglaublich glücklich. Ich schlief bei Liam im Bett. Wir schauten uns zum Einschlafen noch einen Film an und kuschelten. Ich war direkt weg. Als ich nachts aufwachte nahm ich seinen Arm und legte ihn um mich. Er kuschelte sich sofort an mich und legte sein Gesicht in meinen Nacken. Ich konnte perfekt weiterschlafen. Als wir am nächsten Morgen aufwachten, machten mein Bruder und ich uns auf dem Heimweg. Wir bedankten uns für den schönen Start ins neue Jahr und verabschiedeten uns.

Liam sah ich aber bald wieder. Es war anders wie die letzten Jahre. Wir hatten einen gemeinsamen Start ins neue Jahr. Wir haben uns noch gesehen. Wir hatten nicht keinen Kontakt mehr, wie es sonst immer der Fall war. Dieses Jahr ist es anders. Dieses Jahr wird es gut werden.

Eines Abends im Februar gingen wir in den Club. Eigentlich sollte eine Freundin mitkommen, die aber dann doch nach Hause ist, um Liam und mir Zweisamkeit zu lassen. Wir tanzten uns die Seele aus dem Leib und feierten unser Leben. Bis plötzlich… Leon war auch im Club. Mit zwei Mädels. „Das ist nicht gut“, flüsterte ich Liam zu. Leon wusste, dass ich hier war, weil ich es ihm gesagt hatte. „Hi du“, sagte er und küsste mich. Er sah Liam und begrüßte ihn. Der Abend war gelaufen. Aber ich dachte mir, ich war nicht mit ihm, da sondern mit meinem besten Freund, deswegen verabschiedeten wir uns irgendwann. Leon machte sich auch keine Gedanken mich nach Hause zu bringen, denn er war mit seinen Mädels da. Diese kamen mir gerade gelegen.
„Was machen wir jetzt?“, fragte mich Liam. „Ich laufe nach Hause“, antwortete ich ihm. „Ich laufe mit, ich brauche bisschen frische Luft.“ Also machten wir uns auf den langen Heimweg. Es tat gut. Wir redeten und redeten und redeten. Es nahm einfach kein Ende. Wir ließen unsere Gedanken sprudeln, hatten Spaß bis wir auf halber Strecke eine Pause brauchten. Wir sahen eine Bank und setzten uns hin. Ich sah ihn an. Seine Augen funkelten und er war glücklich. Es war eine Spannung zwischen uns. Wir beide waren still. Langsam beugte er sich vor und kam immer näher. Ich schaute ihm auf die Lippen. Er hatte so wunderschöne Lippen. Wie gern ich ihn jetzt küssen würde. Ich schloss meine Augen und bevor es zu diesem Kuss kam… „Stopp!“, sagte ich. „Ich kann das nicht.“
Er schaute mich fragend an. Ich konnte es nicht. Ich wollte es so sehr, aber es ging nicht. Ich war keine Betrügerin. Ich hatte noch nie betrogen. Ich musste mich erst von Leon trennen. Erst dann konnte ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Bis wir bei mir zu Hause ankamen redeten wir kein Wort. Wir verabschiedeten uns vor der Haustür und er fuhr heim. Sah er das etwa als Abfuhr? Er weiß doch, dass ich einen Freund habe. Wieso kann er keine Gedanken lesen?
Ich schrieb ihm eine Nachricht: „Hey, es tut mir leid wegen vorhin. Ich konnte das einfach noch nicht. Ich fand den Abend super schön und würde dich gern wiedersehen. Nächste Woche Pyjama Party bei Nicky, einer Freundin?“ Er antwortete mit: „Verstehe ich. Ja sehr gerne bin ich da dabei.“ Am gleichen Abend schrieb ich Leon was passiert war. Es war ihm egal. Ich war erleichtert, denn so wichtig konnte ich ihm dann auch nicht gewesen sein.

Ein paar Tage später traf ich mich mit Levi. Wir redeten darüber. „Du musst dir klar werden, wen du willst Skye“, sagte er. „Willst du Leon oder Liam?“ Ich wusste, dass ich Liam wollte. Liam hier, Liam da, Liam tralalalalala.
„Wir müssen uns treffen, heute Abend im Park“, schrieb ich Leon. Er kam zu dem Ort und wir redeten. „Es tut mir so unglaublich leid“, sagte ich. „Ich kann das aber nicht mehr“. Er schaute mich verblüfft an. „Ist es wegen Liam?“, fragte er mich. Das muss ich aber erst noch rausfinden. Ich hatte solche Gefühle noch nie. „Nein, ja, ich weiß es nicht“, war meine Antwort. „Du bist einfach nur ein guter Freund für mich. Ich sehe dich einfach nicht als festen Freund. Es wäre nur fair, wenn wir uns beide trennen.“ Er meinte okay, umarmte mich und ging. Ich weinte. Ich wusste nicht, ob es Erleichterung war, oder doch keine Erleichterung. Ich verlor einen guten Freund, weil ich meine Gefühle für meinen besten Freund nicht mehr unterdrücken konnte, die ich seit Jahren schon hatte. Ich glaube ich machte zum ersten Mal alles richtig, denn es passierte mal zur Abwechslung etwas Unglaubliches.“ ~M

Momo

Hey! Willkommen auf meinem Blog. Ich bin 25 und schreibe für mein Leben gern. Auf meinem Blog findest du einmal den Journal, in dem ich Interviews durchführe und dir aktuelles mitteile, aber auch die TeaTimeStories, in denen es um Gedankengänge und Kurzgeschichten geht. Seit neustem bin ich dabei in "We all are just Stories" mehrere Kapitel meiner Kurzgeschichte zu veröffentlichen. Viel Spaß beim Stöbern! :) Deine Momo

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