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1. Kapitel: One Life. One Love. One Game.

„Die Halle war voll. Sie bebte förmlich. Doch das einzige was sie interessierte war, ob ihre Eltern da waren. Sie sah sich um. „Standing in the hall of fame. And the world’s  gonna know your name“, tönte es aus den Lautsprechern. Und noch ein Korbleger. Ihr Trainer wollte nun, dass sie Freiwürfe machten. Eins, zwei, drei, vier, es ging immer weiter. Es hörte nicht auf. Nun Positionswürfe. Sie gönnte sich eine Trinkpause. Mittlerweile war sie schon in der neunten Klasse. Sie liebte es zu spielen. Sie spielte schon seit sechs Jahren Basketball und das Gefühl ist nie vergangen. Auf dem Spielfeld vergisst sie all ihre Sorgen und denkt nur an das Schöne. Es gibt nur den Ball. Den Ball und das Spielfeld. Den Ball und sie. Nun ging es los. Der Schiedsrichter pfiff das Spiel an.


Ihr Name war Skye. Der Name selbst hat keine große Bedeutung. Er wird von „Sky“ abgeleitet, was übersetzt Himmel bedeutet. Doch sie versuchte ihrem Namen eine Bedeutung zu geben. Sie lebte ihr Leben und durch die Geschichte, welche sie erzählte, hoffte sie, am Ende ihres Lebens, ihrem Namen genug Bedeutung zu geben. Wie es zum Beispiel auch der Name „Liam“ hat. Liam bedeutet nämlich „der entschlossene Beschützer“. Ihr bester Freund hieß so, und der Name passte hervorragend zu ihm, da er sehr willensstark, hilfsbereit, zielstrebig, jedoch auch etwas chaotisch und verrückt war. Er war ihr Beschützer, welchen sie niemals loslassen wollte.
Ihre Geschichte begann in diesem Jahr, als sie in der neunten Klasse war. Es war noch Winter und sie lernte Liam kennen. So wie man sich eben in diesem Jahrhundert kennenlernt übers Internet, einer Onlineplattform, bei welcher man kommunizieren konnte. In diesem Jahrhundert nannte man es „chatten“. Ganz unbedeutend war es jedoch nicht, denn sie lernte ihn durch eine, damals noch, sehr gute Freundin kennen. Diese war gleichzeitig Liams Cousine. Ihre Geschichte war zwar nicht diese typische altmodische „ich lernte ihn auf der Messe kennen Geschichte…“, jedoch war sie auch etwas Besonderes, etwas sehr Besonderes.

Sie selbst fand ihn „interessant“, deshalb besuchte sie sein Profil, in welchem er ein Bild mit seinem Haustier drin hatte. Es war ein Hund, um genauer zu sein ein weißer „Jack Russel Terrier“ mit braunen Knopfaugen. Liam selbst hatte braune Haare und braune Augen, war ungefähr ein Jahr älter als sie und hatte einen Strohhut auf dem Foto auf. Die beiden lächelten glücklich und zufrieden in die Kamera. Wie als ob er ihre Gedanken lesen konnte, bekam sie, in dem Moment, als sie schaute, was noch alles interessant an ihm sein könnte, eine Nachricht von ihm. In dieser Nachricht stand ein harmloses „Hey.“ Sie fand es etwas seltsam, dass er ihr schrieb, denn sie kannte ihn ja überhaupt nicht. Doch Skye fand ihn nur von seinem Profil so toll, dass sie ihm antwortete: „Hi.“ Zurück kam ein: „Wie geht’s dir?“ Und so begannen sie zu schreiben. Sie schrieben sie Tage und Nächte lang und verstanden sich unglaublich gut. Es wurde für sie zum Alltag mit ihm zu kommunizieren. Es war seltsam, denn sie hatte das Gefühl ihn schon seit Jahren zu kennen, obwohl sie sich noch kein einziges Mal trafen. Das machte die ganze Sache geheimnisvoller. Skye vertraute eigentlich keinem, oder gar kaum jemanden etwas an, doch Liam erzählte sie sehr vieles. Er weckte von Anfang an ihr vertrauen und zeigte ihr, dass sie ihm alles erzählen konnte. Sie hatte so ein Gefühl, dass ihre Geheimnisse und weitere Gedanken, welche sie mit keinem teilte, bei ihm sicher waren. Beide waren sie sehr jung, zufrieden und glücklich mit ihrem Leben. Einen Monat später trafen sie sich. Endlich! Es war, als ob sie sich schon länger kennen würden, sie hatten sogar schon Spitznamen für die jeweilige Person. Wie sie darauf kamen?
Ihnen beiden war langweilig und irgendwann nannte Skye, Liam „Spatz“ und Liam sagte aus Spaß: „Wenn ich dein „Spatz“ bin, dann bist du aber mein „Bärchen“, Skye.“ Sie musste schmunzeln, gab aber keinen Widerspruch. Und dabei blieb es auch. Sie war sein „Bärchen“.

Ihr allererstes treffen war auf einem Faschingsumzug. Sie hatte eine Strumpfhose an, darüber Boxershorts von Family Guy und eine Bomberjacke. Er hatte einen lustigen Hut auf und Streifen im Gesicht. Auf dem Umzug hatten sie beide viel Spaß, allerdings zeigten sich auch direkt ihre Schwächen, und natürlich – wie denn auch sonst- seine Stärken. Sie gab ehrlich zu, dass sie Angst vor Hexen hatte, was sich direkt bewiesen hat, indem sie einen Sprint hinlegte, bis, man könnte schon fast sagen, ans andere Ende vom Ort. Er war so mutig und rannte ihr hinterher. „Skye? Skye! Skye jetzt hör auf soweit zu rennen, ich komm gar nicht hinterher. Skye jetzt bleib doch stehen, sie sind doch verschwunden und du bist schon sehr weit weg!“, schrie er ihr hinterher. Er fand sie versteckt, hinter einer Hauswand. Er lehnte sich neben sie und fragte: „Musste das sein?“ Doch Skye nickte nur, da es ihr peinlich war und sie nicht wusste, wie sie ihm erklären sollte, dass sie Angst vor Hexen hatte. „Du verstehst das nicht, Liam. Bei meiner Oma wollte mal eine Hexe durchs Fenster springen, und seitdem habe ich unglaubliche Angst vor ihnen. Ich verstehe selbst nicht wieso…“
Als sie klein war, wollte bei ihrer Oma tatsächlich mal eine Hexe durch das Fenster springen. Sie schaffte es auch. Skye versteckte sich unter dem Wohnzimmertisch und als die Hexe näher kam rannte sie ins Badezimmer und schloss sich ein. Bis sie eine bekannte Stimme hörte. Sie kam vorsichtig aus dem Zimmer heraus und sah den besten Freund ihrer Oma, welcher als Hexe auf dem Umzug mitlief und sich einen Spaß erlaubte, sie zu erschrecken. Seitdem hatte sie ein Hexentrauma.
„Ach was, jeder hat doch seine Schwächen. Meine findest du auch noch irgendwann heraus“, antwortete Liam ihr. „Komm jetzt, sonst verpassen wir noch den ganzen Umzug!“ Beide lachten und gingen den ganzen Weg zurück, um den Rest des Umzuges zu sehen. Nach diesem Tag, versprach Liam sie zu beschützen, vor den bösen Hexen, welche zwar auch nur Menschen sind, für sie aber solange sie eine Maske auf haben böse Monster. Sie hatte Angst, dass er sie nach dieser Aktion nicht mehr mochte, doch im Nachhinein machten sich beide nur über ihre blöde Aktion lustig und es wurde ein Insiderwitz. Ihr allererster Insider. Das hat gar nicht so lange gedauert, bis es ein Insider wurde. Er lag ihr so sehr am Herzen, ob er das wohl wusste? Und was war seine Schwäche? Was meinte er mit: „Meine findest du auch noch irgendwann heraus“.

BlingBling. BlingBling. Skyes Handy leuchtete auf. „Wann sehen wir uns das nächste Mal?“, fragte Sie Liam via Textnachricht. Sie überlegte und antwortete: „Wie wäre es mit morgen zu einem Kaffee im Starbucks?“ Er stimmte ihr zu. Sie freute sich sehr auf den morgigen Tag und machte sich schon einmal Gedanken darüber, was sie anziehen könnte, wie sie ihre Haare stylen soll. Bevor sie ins Bett ging leuchtete ihr Handy auf. Liam wünschte ihr eine Gute Nacht. Am nächsten Tag trafen Sie sich nach der Schule im Starbucks. „Einen Java Chip Choclate Cream, bitte“, sagte Skye. „Für mich bitte das Gleiche“. Sie beide nahmen sich ihre Bestellung und gingen spazieren im Schlosspark. Dort setzten sie sich aufs Gras und fingen an zu reden und quatsch zu machen. „Hast du im Moment eine Person, die du sehr gerne magst?“, fragte Skye Liam. „Wer weiß?“, antwortete er ihr geheimnisvoll. „Also ja. Wer ist es, saag.“ Liam machte den Mund auf aber hinter ihm rief jemand: „Hey Liam, hey Skye! Dürfen wir uns zu euch setzen?“ Mist, dachte sich Skye. Jetzt weiß ich nicht was er sagen wollte. „Ja klar, kommt her“, antwortete Liam, so nett wie er war. Die beiden verbrachten den restlichen Nachmittag mit ein paar Freunden, bis Liam Skye nach Hause brachte.
Nach dem sie sich ein paar Mal getroffen hatten, größtenteils zu Kaffeedates im Starbucks und anschließenden Spaziergängen im Schlosspark, hörte das auch schon wieder auf. Sie wollten keinen Abstand, sie hielten auch keinen Abstand, jedoch musste jeder lernen, vor allem er, da er seinen Schulabschluss vor sich hatte.

Liam ist 1.75m groß und Wassermann. Er ist nicht nur willensstark, nein er ist auch klug, intelligent, mutig, sehr attraktiv und sieht unglaublich gut aus. Seine Charakterstärke, als auch sein Aussehen, waren daran schuld, dass Skye sich immer ein bisschen mehr in ihn verliebte. Sie wollte es verhindern, doch jedes Mal, wenn sie ihn sah, oder sie schrieben, tat er etwas, was ihr nicht mehr aus dem Kopf ging. Zum Beispiel seine typischen „Umarmungen“. Er nahm sie an der Hüfte und sie schlug ihre Arme um seinen Hals und er drückte sie leicht an seine Brust. Ein unglaublicher, unvergesslicher Augenblick. Sie nannten diese Umarmungen „Liam-Skye-Umarmungen“. Jedes Mal, wenn sie eine brauchte, oder er, bekamen sie eine. Und jedes Mal, wenn sie ihn sah, fühlte es sich an, als ob sie sich neu in ihn verlieben würde. Es fühlte sich an, als ob jemand, obwohl ihr Herz schlägt, ihr einen Defibrillator an die Brust hält, um sie wiederzubeleben. Es fühlte sich so an, als ob sie 89278787017439074 Kilometer gerannt und außer Atem wäre, zittrige Knie aufgrund des Laufes hätte und totale Gänsehaut, wegen dem leichten Wind, der wehte. Es fühlte sich so an, als ob sie auf einem Basketballfeld steht und der letzte Punkt, welcher den Sieg entscheidet, in ihren Händen liegen würde, und sie deshalb ein unglaubliches Bauchkribbeln hat, weil sie so aufgeregt ist.

Es fühlte sich unglaublich Richtig an, doch war, wenn man darüber nachdachte, so unglaublich falsch. Immer wieder stellte sie sich die Fragen: „Was tut sie da? Was möchte sie damit erreichen? Sie kann sich doch nicht in ihren besten Freund verlieben? Es würde alles kaputt machen, möchte sie das wirklich?“ Und letztendlich erinnerte sie sich an das Zitat von J.D. aus Scrubs, welche Serie morgens mit ihr in den Alltag startete: „Auch, wenn einen das Herz bricht, dass außer Freundschaft nichts läuft, wenn man für jemanden wirklich was übrig hat, muss man da durch.“ Es war ihr damals wichtig, dass er nichts davon erfährt, denn ohne ihn, war sie nicht mehr sie selbst. Und genau das, wollte sie nicht. Sie gingen ins Kino, skypten, gingen zusammen was essen, oder trafen sich einfach so in der Stadt oder im Schwimmbad. Manchmal holte er sie sogar von der Schule ab. Es fiel ihr sehr schwer nicht an ihn zudenken. Es viel ihr schwer, ihn anzusehen und zu sagen, dass sie nichts für ihn empfinden würde. Es viel ihr schwer, sich vorzustellen, wie er mit jemand anderem zusammen wäre. Es zerbrach sie innerlich in 1000 Stücke, wie man so schön sagt, doch das war ihr egal. Sie versuchte sich mit Basketball abzulenken, ihn zu vergessen. Doch das klappte nur für einen kurzen Moment. Nur für den Moment, in welchem sie auf dem Platz stand, mit einem Ball in der Hand. Und das konnte sie nicht immer, auch wenn sie es gern getan hätte. Also beschloss sie nach vorne zu sehen und ihr Leben weiter zu leben.

Als hätte ihr Leben es gut mit ihr gemeint, lernte sie jemanden kennen. Nun ja, es war ein Junge aus Skyes Vergangenheit. Skye erkannte ihn nicht wieder. Es war ein guter Freund von einem Klassenkameraden von ihr. Sie überlegte sehr lange, wer es sein könnte, bis es ihr klar wurde: Es war der arrogante Italiener, Federico, aus ihrer Grundschule. Skye glaubte an so etwas wie Schicksal und Zufall. Und deshalb war sie sich sicher, dass es definitiv kein Zufall war, dass Federico seine Bahn verpasst und sie früher Schule aus hatte. Sie versuchte ein Gespräch aufzubauen. „Hey, Federico. Erkennst du mich nicht?“ Er sah sie fragend an, als ob sie komplett „verrückt“ wäre und redete mit seinem Kumpel weiter. Leider hatte sie bei all dem Aussehen, welches sie geblendet hatte, vergessen, dass er total selbstverliebt war und sie ignorierte. Also steckte sie ihre Kopfhörer rein und hörte weiter Musik. Es schien so, als ob Federico sie nicht weiter beachtete. Sie hörte „Wonderwall“ von Oasis. Dieser Song erinnerte sie auch an Liam. Liam hier, Liam da. Vor ihr saß ein gutaussehender Junge und sie dachte an ihren besten Freund, irgendetwas, dachte sie, lief hier schief. Und um sich selbst von ihren Gedanken abzulenken, zog sie ihre Kopfhörer aus den Ohren und drehte sich um, um Federico in die Augen zu sehen. „Also ich kenne dich noch, du warst der arrogante Italiener aus meiner Grundschule, der sich als einziger bei dem Italien-Deutschland-Spiel freute, dass Italien gewonnen hatte,“ sagte Skye. Federico sah sie noch einmal komisch und verwirrt an, als ob sie geistesbehindert wäre und in eine Psychiatrie gehörte. Das trieb sie zur Weißglut. Sie wendete sich an ihren Klassenkameraden: „Du kannst ja deinem unglaublich hochmäßigen Freund sagen, dass wenn er keine Lust hat ein Gespräch mit mir zu führen, mir es auch einfach sagen kann. Denn ignorieren ist etwas für Weicheier.“ Mit diesen Worten stieg sie an ihrer Haltestelle aus der Bahn aus.
Abends ploppte an ihrem Laptop eine überraschende Nachricht ihres Klassenkameraden auf. Er fragte sie, wie sie den Jungen, aus der Bahn fand. Sie antwortete ihm nicht darauf, in der Hoffnung, dass er weiß, was sie von ihm hielt: Nichts. In dem Moment bekam sie eine Nachricht von Federico: „Hey Skye, tut mir leid, dass ich dich in der Bahn ignoriert habe, doch ich habe dich nicht so richtig realisiert, bis du deinen Kumpel angefahren hast.“ „Ach ja? Und weißt du auch, was ich ihm gesagt habe oder hast du das auch nicht so richtig realisiert?“, antwortete sie ihm. Skye konnte eine richtige Zicke sein. Aber wenn man sie richtig kennt, weiß man, wie sie wirklich ist. „Doch, das habe ich. Schlechte Ausrede, was? Können wir nochmal neu anfangen? Ich bin Federico.“ Na gut, dachte sie. Aber nur weil sie jedem eine zweite Chance gibt. „Ich bin Skye“, schrieb sie ihm zurück. Nach ein paar Mal schreiben, fing Skye an diesen Jungen zu treffen, mit ihm zu skypen und zu telefonieren.
Sie fand ihn lustig, manchmal intelligent und gutaussehend. Er war 1,81 Meter groß, was die Durchschnittsgröße in diesem Jahrhundert war. Er war also nicht zu groß und nicht zu klein, jedoch ziemlich dünn. Das liegt daran, dass er Probleme mit der Schilddrüse hat und nicht zunehmen kann (= Schilddrüsenüberfunktion). Federico hat braune Haare, leicht gebräunte Haut und braune Augen. Sein Sternzeichen ist Wassermann und er selbst war Tennisspieler. Sein großes „Frauenvorbild“, wenn man das so nennen darf, ist Megan Fox. Nun ja, da ist die Frage. Welcher Mann mag sie nicht?

Skye, selbst, wusste, dass Federico nicht wie Liam war. Sie wusste, dass er ein Arsch sein konnte, und sie nach einiger Zeit nicht mehr mit ihm klarkommen würde. Das einzige, was sie sich dachte war: vielleicht kann er ihr helfen Liam zu vergessen. Vielleicht kann er sie auf andere Gedanken bringen. Auf Gedanken, welche nicht von Liam handelten. Es war Donnerstag abends. Es fand eine Party statt, zu der all ihre Freunde gingen. Skye hatte überhaupt keine Lust auf so eine Party. Ihre Freunde versuchten sie zu überreden mit zu kommen. Vor allem ihr Kindergartenfreund Ben. Ben bedeutet „Glückskind“. Und ja, Ben ist ein Glückskind. Er ist Einzelkind und wurde von seinen Eltern schon immer verwöhnt. Alles was er wollte und brauchte bekam er, da er der einzige Sohn ist. Für seine Eltern war Skye schon immer wie eine Tochter. Sie wuchs mit Ben zusammen auf. Seine Eltern kannten Sie bevor sie ihren eigenen Sohn kannten, da ihre Eltern sehr gut befreundet sind und Skye früher auf die Welt kam. Im Kindergarten waren Skye und Ben unzertrennlich. Sie spielten im Garten, planschten im Planschbecken und da sie Nachbarn waren, redeten sie nachts heimlich über WalkiTalkis und machten die Nacht durch. Eine wunderbare Kindheit hatten sie. Aber als Skye in die Schule kam hatten sich die beiden verloren. Ben musste noch ein Jahr im Kindergarten bleiben und Skye hatte weniger Zeit für ihn, da nicht mehr das Spielen, sondern das Lernen im Fokus stand. Trotzdem waren sie noch sehr gute Freunde.

Nun ja, zurück zur Party.
Eigentlich wollte sie nicht hin, sie wollte ihren Abend lieber gemütlich zu Hause verbringen, dabei ein Buch lesen und mit ihren Gedanken an ihren besten Freund einschlafen. Aber um von letzteres abzulenken, riss sich Skye zusammen. Sie rief ihre Freundinnen an, fragte sich wo sie sich treffen zum fertig machen, zog sich etwas Hübsches an und war kurz bevor sie noch „Tortellini alla Panna“, was eines von vielen ihrer Lieblingsessen war, sagen konnte, auf der Party.   
Federico war nirgends zu finden und sie war kurz davor aufzugeben, ihn zu suchen und Liam zu schreiben. Sie wollte ihn sehen, und nicht Federico. Aber er tauchte in dem Moment auf, sah sie an und entführte sie zur Bar. An der Bar redete Skye mit ihm und versuchte ihn kennenzulernen, was ihr auch gelang. „Weißt du was ich unglaublich witzig finde?“, fragte er sie. „Nein, was denn?“ „Nun ja. Ich kenne dich jetzt schon seit der Grundschule, doch da bist du mir nie aufgefallen. Wäre ich dir denn aufgefallen, wenn ich nicht für Italien an dem Abend gewesen wäre?“ „Nein, das wärst du mit Sicherheit nicht. Zumindest wärst du mir nicht in Erinnerung geblieben.“ „Ach wirklich?“, fragte er unsicher. „Ja, wirklich. Doch jetzt lernen wir uns kennen und wir sagten ja ein Neuanfang oder? Also, erzähl mir was von dir.“ Federico wurde rot und fing an weiter zu erzählen, aber auch fragen an Skye zu stellen. „Was ist denn dein Lieblingsessen, wenn ich fragen darf?“ „Na, Pizza, was denkst du denn?!“, antwortete sie selbstverständlich. „Ah, Pizza. Hast du deshalb eine Schwäche für Italien und Italiener wie mich?“ Federico war sehr neugierig. Skye wusste noch nicht wie sie das finden sollte. Auf seine Antwort bekam er nur einen irritierten Blick und ein Kopf schütteln zurück. Sie stand nicht auf ihn, aber das war ihm nicht so ganz klar. Sie wollte sich nämlich nur ablenken.

An dem Abend lernte sie auch noch Ilias kennen. Ilias steht für „Kind der Sonne“. Und das war er auch. Denn er war ein absoluter Frauenschwarm und ein sehr guter Freund von Ben. Illias hatte seine Rolle, in die er schlüpfte um alle Mädels zu beeindrucken. Es war wie eine Maske, die er tragen musste. Letztendlich hatte er sich an die Maske gewöhnt und diese Maske wurde zu seinem wahren ich. Außerdem ist er ein super Fotograf. Zu ihm kommen wir aber später.

Federico und sie verabredeten sich für den nächsten Tag, um auf den Basketballplatz zu gehen. Sie wusste nicht, ob er mit ihr Basketball spielen gehen wollte, weil er es selbst mochte, oder weil sie es mochte. Aber die Saison war gerade zu Ende und sie freute sich auf den Platz zu gehen. So konnte sie ihn auch etwas besser kennenlernen. Er brachte einen Freund mit und sie eine Freundin. So konnten sie zwei gegen zwei spielen. Federico versuchte, so arrogant wie er war, andauernd gut dazustehen und Skye zu beeindrucken. Doch das gelang ihm nicht. Er tat sich nur selbst damit weh und konnte am nächsten Tag kaum laufen. Da war ihre Hoffnung, auf seine Intelligenz, auch schon gestrichen. Was sollte sie denn nur mit so einem anfangen? Manche Männer verstehen es aber auch einfach nicht. Dieses Macho-Getue hilft einfach nicht weiter.

Tage vergingen und sie vermisste Liam. Liam lernte hart für seine Prüfungen und hatte kaum Zeit. Sie schrieben zwar andauernd, aber das war nicht das gleiche. Sie versuchte optimistisch zu sein und traf sich weiter mit Federico, auch wenn er ihr etwas „dümmer“ erschien.

Skye färbte sich ihre Haare, weil sie dachte, eine Veränderung würde ihr guttun. Und eine Veränderung beginnt man nun mal oft, ihrer Meinung nach, in dem man sich die Haare färbt. Ihre Haare wurden Weinrot. Sie traf sich immer öfter mit Federico. Die beiden sahen sich fast jeden Tag, bis er sie küsste und sie plötzlich ein Paar wurden. Sie wusste es war nicht richtig, mit jemanden zusammen zu sein, um jemand anderen zu vergessen. Das war unfair gegenüber der Person, die wirklich Gefühle für einen hat. Doch er hatte sie schon geküsst und es würde nicht schaden, es auszuprobieren. Auch wenn es nur kurz ist. Sie redete sich ein, dass es nicht ihre Schuld wäre, dass sie ein Paar wurden und sah sich abends oft Bilder von Liam und ihr an. Skye dachte an ihre gemeinsamen Erlebnisse. Sie erzählte ihm, von Federico und sich selbst. Davon, dass er sie küsste und sie nun ein Paar wären, oder sowas in der Art. Ein Paar. Das klang für sie unfassbar falsch. Sie wusste nicht wirklich, wie sie es nennen sollte, denn ein Paar hörte sich an, wie zwei Personen, welche etwas füreinander empfinden. Doch sie empfand leider nichts für ihn. Nichts als Freundschaft, und an dieser fing sie sogar an zu zweifeln, weil Federico einfach nicht ihr Typ Mensch ist.

Doch dann kam etwas Unterwartetes. Liam freute sich für sie. Das ließ sie etwas traurig erscheinen. Doch dadurch merkte sie, dass sie das Richtige tat. Denn würde Liam etwas für sie empfinden, dachte sie, würde er sich nicht so sehr für sie freuen. Oder er war ein verdammt guter Schauspieler. Das ist allerdings unwahrscheinlich. Also ließ sie alles auf sich zukommen. Skye versuchte ihr Leben zu genießen, in dem sie sich oft mit ihren Freunden traf und auch mit Federico. Doch ein Problem gab es: Federico mochte Liam nicht. Er war ziemlich eifersüchtig auf ihn. Der Grund: Skye und Liam sahen aus wie ein Paar, wenn sie zusammen unterwegs waren. Damit kam Skye klar, ihr machte es nichts aus, denn bei Liam fühlte sie sich sicher und geborgen. Zudem wäre sie gerne mit Liam zusammen gewesen. Ihr gefiel der Gedanke, doch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, löschte sie ihn auch schon wieder aus ihrem Kopf. Anscheinend war sie nicht die einzige, die das merkte. Das zeigte Federicos Eifersucht. Sie wollte frei sein, und tat nie das, was andere versuchten ihr vorzuschreiben. „Wieso auch?“, dachte sie sich jedes Mal aufs Neue. Wieso sollte sie Rücksicht auf Personen nehmen, die ihr nichts bedeuten?
An einem Sommernachmittag waren Skye, Liam, Federico und andere Freunde von ihnen im Schwimmbad. „Du bist gar nicht so schwer“, hatte Liam gesagt. „Doch natürlich bin ich das, du schaffst es bestimmt nicht mich zu tragen!“, antwortete Skye ihm. Es sollte wie eine Herausforderung klingen. Kurz darauf packte Liam Skye und trug sie wie eine „Prinzessin“, was sie unglaublich lustig fanden. Sie waren beste Freunde, sie durften das, waren bei solchen Aktionen immer wieder ihre Ausreden.

Skye war noch nie sauer auf Liam, aber das änderte sich schnell. Eines Nachmittags, saßen sie zusammen mit Freunden in einem Park. Liam zog Skye an ihrer Hand, um mit ihr etwas weiter weg zu gehen, um mit ihr zu reden. „Bist du dir denn sicher mit Federico?“, hatte er sie gefragt. „Ja, ich glaube schon,“ versuchte sie ihm einzureden. Sie wusste sie konnte nicht lügen. Aber sie wusste auch, wenn sie ihm die Wahrheit sagen würde, wäre es nicht gut für ihre Freundschaft. „Okay, denn ich glaube nicht, dass du das bist.“ „Und wenn schon, das wäre doch mein Problem und nicht deins, Liam. Mein Leben, meine Regeln“, sagte Skye und bevor sie sich umdrehen konnte hielt Liam sie am Handgelenk und antwortete ihr mit: „Ich möchte doch bloß nicht, dass du am Ende als Sch***** dastehst.“ Skye konnte es nicht fassen. Hatte ihr bester Freund sie gerade wirklich als eine „Sch*****“ bezeichnet? Niemals würde sie ihm das vergessen. Klar passierte das manchmal, dass sie sich stritten, was natürlich auch normal war. Doch mit solchen Begriffen warfen sie normalerweise nicht um sich. In ihr zerbrach etwas. Wenn er sie so sah, sollte das so sein. „Nicht mein Problem“, dachte sie. Vielleicht empfand er doch etwas für sie und ist verletzt? Aber das würde er ihr sagen. Oder etwa nicht?

Ein paar Tage später, gingen sie zusammen ins Schwimmbad. Natürlich hatte Skye Federico dabei und andere Freunde, unter anderem auch Sina, welche unglaublich in Liam verliebt war.
Sina steht für „die Rose“. Das passte sehr gut zu ihr. Sie versuchte nach außen hin schön zu sein, aber sobald man ihr näher kommt sieht man die Dornen und Stacheln, welche dich von ihr und ihrer Umgebung versuchen fernzuhalten. Einen Schritt näher und es endet mit einem Blutbad.
Sina redete kurz mit Skye und fragte sie etwas, was Skye zwar sehr freute, aber gleichzeitig ins Entsetzen brachte. „Sag mal, du warst doch nie in Liam verliebt oder? Er hat ja auch keine Freundin, liege ich da richtig? Ich finde ihn nämlich total süß!“ Skye wusste nicht, was sie Sina antworten sollte, deshalb antwortete sie nur mit einem: „Ehm…“ Und bevor sie etwas sagen konnte kamen auch schon die anderen dazu. Sina wechselte direkt das Thema. Sie hatten Spaß im Schwimmbad und genossen das schöne, warme Sommerwetter. Sie taten das, was man so im Schwimmbad tut, nämlich rutschen, sich ärgern und fangen, oder verstecken, spielen, im Wasser.

Während alle anderen noch mit rutschen beschäftigt waren, zog Liam, Skye, hinter einen „Felsen“, der im Wasser war. „Du Skye, wir müssten mal reden.“ Sie hatte etwas Angst und sah ihm in die Augen. Sie verlor sich darin, doch musste sich zusammenreißen. Er hatte so wunderschöne Augen. Sie konnte an gar nichts anderes mehr denken. „Worum geht es denn?“, fragte sie. Daraufhin umarmte er sie unglaublich fest, dass sie kaum noch Luft bekam, bis er das merkte. Als er sie los lies und ihr in die Augen sah, wusste sie, dass sie immer noch nicht über ihn hinweg war. Er hatte die schönsten grüne Augen, die sie jemals gesehen hatte. Sie funkelten, wenn er sie ansah. Sie verändern je nach Licht ihre Farbe. Empfand er wirklich nichts für sie? Sie war wie in einer anderen Welt, in welcher es nur ihn, und sie gab. In einer Welt, aus der sie nicht verschwinden wollte. In einer Welt, in welcher sie unglaublich glücklich und zufrieden war. Ihr ist klar, dass sie in dieser Welt bleiben möchte und keiner ihr ihre kleine Traumwelt nehmen kann.
Er redete, bis sie realisierte, was er sagte und wieder im hier und jetzt ankam, bekam sie nur mit: „… du bist eine tolle Freundin, welche ich niemals verlieren möchte, da du mir sehr wichtig bist, Skye.“ Was hatte er nun gesagt? Skye wusste es nicht. Sie hatte Angst, was als nächstes kommen würde. Ihr Herz fing an zu rasen und sie bekam unglaubliche Gänsehaut. Das Wasser erschien ihr plötzlich sehr kalt und die Sonne war zwar da, gab aber keine Wärme mehr ab. An einem heißen Sommertag bebte ihr Herz und ihr war kalt. Ihre Gefühle zu Liam waren stark, sehr stark. Sie musste sich beherrschen, aber ihre Gefühle beherrschten sie und ihren Körper. Dagegen konnte sie nicht ankämpfen. Sie musste sich beherrschen, ihn nicht zu küssen. Sie wollte es so sehr, schon immer. Doch sie hatte einen Freund, welchem sie treu bleiben wollte. Egal ob sie etwas für ihn empfand oder nicht. Nur war Skye ihrem Freund treu? Diese Frage konnte sie ewig diskutieren. Immerhin war sie in Liam verliebt, und nicht in Federico. Liam sah ihr tief in die Augen und hielt sie an ihren Händen fest. Sie durfte das nicht vermasseln. Er ließ sie schwach werden, sehr schwach, und das wollte sie nicht. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Es wäre nicht fair gegenüber den anderen. Egal wie sehr sie es wollte, sie fasste all ihren Mut und ihre Kraft, na ja das was von ihr übrig war, zusammen und drehte sich um. Im gleichen Moment bereute sie es, dass sie sich umgedreht hatte. Skye wusste, dass es ein Fehler war. Sie spürte ein stechen in ihrer Brust. Es tat ihr selbst weh, es nicht riskiert zu haben, doch gerade als sie aufschaute, stand da Federico. Er war richtig sauer auf Liam, obwohl Liam nichts getan hatte.

Skye versuchte ihm zu erklären, dass sie nur mit ihm redete, doch Federico glaubte ihr nicht. „Wieso sollte ich dir glauben, dass ihr nur geredet habt, nach dem was ich da gesehen habe? Verdammt Skye, er war kurz davor dich zu küssen! Oder du ihn, wie auch immer. Ich merke doch, dass da was nicht stimmt. Ich bin doch nicht naiv. Ich weiß, dass da mal was zwischen euch war. Zumindest von einer Seite aus. Und du weißt von welcher Seite ich da spreche. Du warst mal in Liam verliebt und diese Gefühle kommen zurück. Das sagt mir mein Instinkt. Ich möchte, dass du ehrlich zu mir bist. Verdammt Skye, ich möchte dich nicht verlieren, aber so wie ihr zusammen aussieht, habe ich das Gefühl nicht du und ich sind das Paar, sondern du und er. Und das ist ein verdammt blödes Gefühl.“ Skye antwortete ihm nicht. Sie sah Federico nicht einmal an, sie konnte es nicht. Sie war schlecht im Lügen und wollte ihn auch nicht anlügen. Sie hasste es zu Lügen. Sie wollte Liam vergessen, doch es funktionierte nicht. Und so kam sie nicht weiter. „Soll Federico doch tun was er möchte“, dachte sie sich. „Kommt er nicht damit klar, hat er eben Pech gehabt.“ Und so hörte sie ein paar Tage nichts mehr von ihm. Es herrschte Funkstille.

Skye sprach Liam nicht auf die Situation an. Sie redete sich ein, alles eingebildet zu haben, denn das kann ja passieren, wenn man verliebt in eine Person ist. Sie versuchte es zu vergessen, doch er tauchte wieder in ihren Träumen auf, was sie ziemlich fertigmachte. Liam spielte andauernd den Helden in ihren Träumen. Er rettete sie vor allem und jedem und natürlich beschützte er sie auch sehr oft. Doch nicht nur in ihren Träumen, sondern auch in der Realität. Sie konnte all das nicht mehr. Ihre Gefühle zu ihm wurde immer stärker.
Es vergingen weitere zwei Monate, in denen sie sehr viel erlebte und Liam verhielt sich immer komischer. Er versuchte ihr zu erklären, dass Federico ein Arsch wäre. Natürlich wusste Skye das. Er war auch nur eine Ablenkung. Aber wie sollte sie das ihrem besten Freund erklären? Sie kann ja schlecht hingehen und sagen: „Hey Liam, ich bin in dich verliebt. Federico ist nur eine Ablenkung von dir, dass ich dich vergesse. Deswegen ist es mir egal, ob er ein Arsch ist oder nicht.“ Doch sie versuchte es sich schönzureden. Schönzureden, bis sie im Urlaub war.
Sie hatte einen wunderschönen Urlaub, jedoch hörte sie fast gar nichts mehr von Federico. Glücklicherweise machte ihr das überhaupt nichts aus, da sie jeden Tag mit Liam skypen konnte. Sie war glücklich, ihn so glücklich zu sehen. Zwar war Liam nicht bei ihr, doch über Skype war es fast das Gleiche. Manchmal skypten sie so lange, bis der andere jeweils vor der Kamera einschlief und dann legte derjenige, der noch wach war auf. Skye wartete mit dem auflegen immer noch ein bisschen. Sie fand Liam sah sehr friedlich aus, wenn er schlief. Richtig glücklich. Sie wusste, das konnte sie nicht so oft erleben, deshalb genoss sie es, einen Moment lang in ihrer Welt zu sein. Aber nur, bis sie sich wieder zusammenreißen konnte und auflegte. Jedes Mal hoffte sie, dass er nicht dabei aufwachte, sondern friedlich weiterschlief.
Als Skye zwei Wochen später wieder zurückkam, erfuhr sie, dass Federico sie mit einer ihrer Freundinnen betrog. Nämlich mit Sarah. Sarah bedeutet die „Herrin“. Und das war sie letztlich auch. Sie hatte blonde lange Haare, blaue Augen und wickelte fast jeden um den Finger. In dem Fall wickelte sie Federico um den Finger.
Das erfuhr Skye aber erst im Nachhinein, denn Federico ließ sie vorerst im Glauben, sie sei ein schlechter Mensch. Er tischte ihr Lügen auf, die sie fertigmachten. Lügen wie zum Beispiel: „Du warst nie für mich da. Du hattest nie ein offenes Ohr für mich und ich hatte das Gefühl nur irgendjemand für dich zu sein, und nicht der einzige. Du hast mir nie gezeigt, was du für mich empfindest und warst manchmal wirklich gemein zu mir. Zu dem hast du immer nach Ausreden gesucht, um mich nicht zu sehen.“ Jeder ihrer Freunde weiß, dass Skye Lügen und Vorwürfe hasst. Es gibt nichts Schlimmeres, für sie, als ihr Dinge vorzuwerfen, die nicht der Wahrheit entsprechen.
Als sie erfuhr, dass Federico sie betrogen hat, fand sie, dass unter aller Sau. Auch betrügen hasst sie. Klar empfand sie nichts für ihn, aber es ging ihr ums Prinzip. Sie blieb ihm auf körperlicher Ebene wenigstens treu. Er ihr nicht. Und ab dem Zeitpunkt war ihr alles egal. Sie wollte nicht mehr die sein, die sie war. Sie traf sich immer öfter mit Liam und versuchte nicht mehr gegen ihre Gefühle anzukämpfen. Allerdings war es dafür zu spät. Liam kam aber mit Sina zusammen. Skye versuchte dabei nachzuhelfen, da Liam ihr gestand, dass er etwas für Sina empfand. Sie kämpfte zwar nicht mehr gegen ihre Gefühle für ihren besten Freund an, aber sie wollte die beiden auch nicht unglücklich machen. Deshalb tat sie alles dafür, dass sie nicht dazwischenfunkte und das zerstörte, was die beiden haben könnten. Liam verdiente es, eine wunderbare Freundin zu haben. Wie das Enden würde, wusste Skye zu diesem Zeitpunkt noch nicht.  
Für Skye brach eine Welt zusammen, dachte sie. Ein neues Schuljahr begann und sie versuchte, all ihre Kräfte und Gedanken auf die Schule, als auch auf ihre Lieblingssportart, Basketball, zu setzen. Liam sah sie nicht mehr so oft. Sie mochte Sina. Was sie aber nicht wusste: sie war falsch. So falsch, wie sie sich keinen Menschen vorstellen konnte.

Es war ein Montag. Skye stand mit ihren Freundinnen vor dem Klassenzimmer und wartete auf die Lehrerin, welche ihnen das Klassenzimmer zum Gemeinschaftskundeunterricht aufschloss. Als Sina auch in die Schule kam und alle überfreundlich mit einer Umarmung begrüßte, fragte sie Skye, ob sie kurz mit ihr reden könnte. Skye hatte kein Problem damit, denn Sina war eine sehr gute Freundin von ihr. Sie gingen kurz auf den Schulhof, über welchen die Lehrerin laufen muss, um ans Klassenzimmer zu kommen, so dass sie diese nicht verpassten und setzten sich auf eine Bank um zu reden. „Sag mal Skye, was hältst du eigentlich von Liam?“ Skye war geschockt von der Frage, sie wusste doch, dass Liam ihr bester Freund war. „Na ja, was soll ich denn von ihm halten. Er ist mein bester Freund. Wieso fragst du?“ „Genau aus dem Grund. Du weißt ganz genau, dass bei einer „Jungen-Mädchen-Freundschaft“, sich irgendwann irgendwer in den andren verliebt.“ „Na ja, ich kann dich beruhigen, Sina. So ist es bei uns nicht. Wir kennen uns jetzt schon relativ gut und wissen, dass das nicht passiert.“ „Trotzdem will ich nicht, dass ihr so oft was miteinander macht. Versteh das nicht falsch, ich mag dich, aber ich weiß, dass da entweder mal was lief oder einer von euch verliebt war und der andere es nicht erwidert hat.“ „Sag mal, bist du eifersüchtig?“ „Nein, wieso sollte ich das denn sein? Zwischen euch beiden wird sowieso niemals etwas laufen. Und weißt du auch wieso?“ „Ja, weil er und ich sehr nur beste Freunde sind?“ Skye hatte Angst, vor dem was kommen würde. „Nein, weil ich es verhindern werde, dass ihr weiterhin so gut miteinander befreundet seid und somit auch, dass da irgendwann etwas laufen wird. Ab jetzt bin nämlich ich seine beste Freundin und keine andere.“ Und mit diesem Satz kam auch die Lehrerin über den Schulhof gerannt. Skye war geschockt und entsetzt. Ihr blieb der Mund offen stehen. Sie dachte Sina wäre ihre Freundin. Doch es stellte sich nur heraus, dass Sina total falsch und selbstüberzeugt ist. Sie benutzte Skye um an Liam ranzukommen und wollte ihre Rolle bei Liam einnehmen. Ihre Worte gingen Skye nicht aus dem Kopf. Sie konnte doch nicht zulassen, dass ihr bester Freund von so jemanden verarscht wird?

Als Skye versuchte mit Liam zureden, brach für sie eine Welt. Zum zweiten Mal. Liam stand hinter Sina, voll und ganz. Und Skye war nichts mehr für ihn, dachte sie. Alles was sie sich aufgebaut hatten war von heute auf morgen einfach weg. Mit einem schnippen verschwand diese Traumwelt. Sie bedeutete ihm rein gar nichts mehr und auch das teilte ihr Sina mit. Doch nicht nur Sina, nein, sondern auch Liams Worte ließen sie in Gedanken zurück. „Weißt du Skye, kannst du mich nicht einfach mein Leben leben lassen, so wie ich dich deins leben lassen habe? Ich meine wir sind alt genug, ich bin alt genug, um zu erkennen was ich brauche und was nicht. Und Sina brauche und liebe ich. Wirklich.“ Er liebte sie. Er liebte sie, wirklich. Oder sie manipulierte ihn so, dass er dachte er würde sie lieben. Das wusste Skye nicht. Und ihm ging es gut mit ihr. Nur das schlimmste war nicht, dass es Skye nicht gut damit ging. Das schlimmste war für Skye, dass er ihr nicht glaubte. Liam glaubte ihr nicht. Er glaubte seiner falschen neuen Freundin. Und was sie am meisten fertig machte war, dass wenn er es selbst herausfinden würde, würde für ihn eine Welt zusammenbrechen. Und das tat ihr weh. Sie spürte ein Stechen in der Brust. Liam wollte es so, sie konnte nichts machen und das gab ihr zu schaffen.
Skye riss sich zusammen. Sie nahm all ihren Mut zusammen und versuchte nichts mehr zuzulassen. Das ließ sie kalt werden. Sie ließ keine Gefühle mehr zu, zeigte keine Gefühle mehr und ihr war das meiste egal. Sie versuchte an verschiedenen Männern ihr inneres Interesse zu wecken und sich auf andere Gedanken zubringen. Sie wollte alles tun, um nicht an Liam zu denken. Und es funktionierte. Mit der Zeit baute sie sich eine Mauer auf, die keiner so schnell niederschlagen konnte. Skye lebte in ihrer eigenen Welt. Es gab keine Liam-Traumwelt mehr für sie. Skye konnte nicht mehr, aber sie versuchte immer weiter zu machen, so wie ihr es beigebracht wurde.

Sie fand ein Zitat, das zu dem Zeitpunkt ihrem Lebensmotto entsprach: „You have to learn the rules of the game, and then you have to play better than anyone else.” Und genau das tat Skye. Sie versuchte ihr Leben mit einem schlechten Blatt gut auszuspielen, nach den Regeln, welche von anderen gemacht wurden, versuchte glücklich zu sein und immer wieder aufzustehen. Nun ja, es funktionierte. Das dachte sie zumindest.“ ~M

Momo

Hey! Willkommen auf meinem Blog. Ich bin 25 und schreibe für mein Leben gern. Auf meinem Blog findest du einmal den Journal, in dem ich Interviews durchführe und dir aktuelles mitteile, aber auch die TeaTimeStories, in denen es um Gedankengänge und Kurzgeschichten geht. Seit neustem bin ich dabei in "We all are just Stories" mehrere Kapitel meiner Kurzgeschichte zu veröffentlichen. Viel Spaß beim Stöbern! :) Deine Momo

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